Stöcke, Schuhe, Kleidung

Nordic Walking kann man zwar überall machen. Aber ein wenig sollte man sich schon vorbereiten, bevor man losläuft. Eine gute Ausrüstung ist dabei das A und O.


Niemand versucht "einfach mal so" Tennis oder Skifahren. Dennoch denken viele Leute, man könne mit einem günstigen Discounterstock Nordic Walking "einfach mal versuchen". Doch eine gute Ausrüstung ist auch beim Nordic Walking wichtig: Mit wackeligen Billigstöcken und ungeeigneten Schuhen macht der Sport nicht nur weniger Spaß, es drohen sogar Sportverletzungen.

Für eine professionelle Nordic-Walking-Ausrüstung kommen schnell mehrere hundert Euro zusammen. Vor allem Anfänger sind meist nicht bereit, so viel auszugeben, gilt NW doch als Sportart, die man überall ohne viel Aufwand betreiben kann. Und das stimmt auch: Ein Paar gute Schuhe und ordentliche Stöcke sind fürs Erste genug. Wenn man sich den "Profi-Status" erlaufen hat, machen weitere teure Anschaffungen Sinn.

Lesen Sie hier, worauf Sie beim Kauf Ihrer Nordic-Walking-Ausrüstung achten müssen.


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Die richtigen Schuhe

Für alle, die erst einmal testen wollen, ob Nordic Walking ihnen überhaupt liegt, reicht ein gewöhnlicher Jogging- oder Walkingschuh völlig aus. Doch wer Gefallen an NW findet, sollte sich möglichst bald einen Nordic-Walking-Schuh zulegen, der die spezielle Bewegung des Fußes während des Trainings unterstützt. Merkmale eines Nordic-Walking-Schuhs sind:

* ein abgerundeter Fersenbereich * ein fester Mittelfußbereich * ein weicher Vorderfußbereich

Ein abgerundeter Fersenbereich gewährleistet, dass die Ferse flach, aber komplett aufgesetzt wird. Bei einem Runningschuh ist das nicht der Fall: Hier steht die Ferse etwas schräg, da die Bewegung deutlich anders abläuft als beim Walken. Festigkeit im Mittelfuß ist nötig, damit der mittlere Bereich des Fußes nicht abknickt. Der vordere Teil eines Nordic-Walking-Schuhs hat eine Sollknickstelle aus besonders weichem Material.


Probieren geht über studieren

Probieren Sie verschiedene Modelle - je nachdem, ob Sie einen breiten oder schmalen Fuß, einen hohen oder niedrigen Rist haben. So erfahren Sie schnell, welches Modell den für Sie höchsten Tragekomfort bietet. 

Ein normaler Walking-Schuh reicht fürs Nordic Walking übrigens nicht aus - spezielle Nordic-Walking-Schuhe haben ein gröberes Sohlenprofil, das auch im Wald oder auf groben, steinigen Strecken guten Halt bietet. 

Inzwischen bieten verschiedene Hersteller Nordc-Walking-Schuhe an. Asics, Meindl und Lowa gehören seit jeher zu den führenden Jogging- und Wanderschuh-Herstellern; sie haben diese Sparte für sich entdeckt und produzieren hochwertige Schuhe für Anfänger und Fortgeschrittene. Nordic-Walking-Schuhe kosten ab 80 Euro aufwärts.

Die richtigen Stöcke

Der wichtigste Kauf für einen Nordic Walker sind die Stöcke. Sie sollten leicht und elastisch sein. Je höher der Karbonanteil, desto größer die Elastizität;  zu empfehlen ist ein Karbonanteil von 25 bis 30 Prozent aufwärts. Teleskopstöcke sind aufgrund ihres höheren Gewichts nicht empfehlenswert. Zudem brauchen erwachsene Nordic Walker keine Teleskopstöcke, da sich ihre Körpergröße nicht ändert und der Stock daher nicht mehr verstellt werden muss.

 

 

 

 

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Ein Nordic-Walking-Stock soll drei Dinge gewährleisten: Er soll stützen, führen und dämpfen. Je steifer der Stock, desto mehr Schwingungen gehen ins Handgelenk, den Arm und den gesamten Körper über. Das bringt eine Belastung mit sich, die sich leicht verhindern lässt. 


In diesem Zusammenhang spielt auch die Länge des Stocks eine große Rolle. Grob gesehen sollte der Schlaufenausgang des Stockes in Höhe des Bauchnabels sein. Bei der Stockwahl müssen jedoch auch Arm- und Beinlänge berücksichtigt werden: Ein Nordic Walker mit langen Armen braucht einen anderen Stock als einer mit kurzen Armen, ein sportlicher Walker mit hoher Armkraft greift zu einem längeren Stock als ein Anfänger.

Der Wohlfühltest entscheidet

Nordic Walking sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Damit ist auch eine Entwicklung in der Stocklänge einhergegangen: Hat man vor einigen Jahren noch mit einem 135 Zentimeter langen Stock trainiert, so würde man heute einen bevorzugen, der 10 bis 15 Zentimeter kürzer ist. Das bedeutet nicht, dass man es früher falsch gemacht hat. Es hat sich allerdings gezeigt, dass kürzere Stöcke effizienter sind.

Insgesamt gilt: Nichts geht über den Test am Körper. Kommen Sie zum Kurs oder Lauftreff, lassen Sie sich verschiedene Längen geben und probieren Sie sie aus. Sie werden schnell merken, mit welchen Stock Sie sich am wohlsten fühlen.

Der richtige Griff mit der richtigen Schlaufe

Bei Griff und Schlaufe sollten Sie darauf achten, dass die Hand während der Bewegung komplett geschlossen und geöffnet werden kann. Die Armkraft wird über die Schlaufe übertragen, nicht über das stetige (falsche) Festhalten des Griffes. Trekkingstöcke sind deshalb für das Nordic Walking ungeeignet - sie besitzen keine Schlaufen. Einen Trekkingstock fürs Nordic Walking zu benutzen ist für viele Experten dasselbe, wie einen Tischtennisschläger zum Tennisspielen zu verwenden. 

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Beim Kauf eines Stocks sollte man darauf achten, dass die Schlaufe und der Griff bequem sind. Zwischen Daumen und Zeigefinger können sich bei hoher Belastung Blasen bilden, wenn Schlaufe und Griff nicht richtig sitzen. Auch das Griffmaterial spielt eine Rolle: Wenn man stark schwitzt, ist Kork eine gute Wahl - dsa Material ist griffig und absorbiert den Schweiß gut. Für alle, die keine Probleme mit dem Schwitzen haben, sind die gängigen Kunststoffe geeignet.

Die richtige Spitze

Welches ist die richtige Stockspitze für mich? Die Antwort auf diese Frage hängt von der Walking-Technik ab. Ein aktiver Sportler sollte eine feine, dünne Spitze wählen. Diese Spitzen greifen auch auf Asphalt. Generell gilt: Je aktiver der Sportler, desto feiner die Spitze. 

Wer nicht auf Wald- und Wanderwegen walken kann oder Asphalt bevorzugt, sollte sich Asphaltpads zulegen: Die Pads gewährleisten einen besseren Grip und dämpfen die Geräusche, die entstehen, wenn die Metallspitze auf dem Asphalt trifft. Bei Spielen und Aufwärmen mit den Stöcken verhindern sie außerdem Verletzungen, sollte mal ein Schwung daneben gehen.

Für einen Nordic-Walking-Stock inklusive Spitze, Griff und Schlaufe sollte man mindestens 70 Euro ausgeben.

Die richtigen Handschuhe

Wer Handschuhe trägt, um Blasen zu vermeiden, sollte auf keinen Fall zum Fahrradhandschuh greifen, sondern einen speziellen Nordic-Walking-Handschuh tragen. Nordic-Walking-Handschuhe sind an den stark beanspruchten Stellen der Innenfläche extra gepolstert. 

Bei den Handschuhen unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterhandschuh: Das Sommermodell trennt im Gegensatz zum Wintermodell jeden einzelnen Finger voneinander. Der Winterhandschuh umschließt die Hand als Ganzes, er bietet somit auch Wärme an kalten Wintertagen. Nordic-Walking-Handschuhe kosten zwischen 20 und 50 Euro.

Die richtige Kleidung

Als Nordic-Walking-Anfänger sollten Sie sich in Fragen Kleidung zunächst keine Sorgen machen. Auch wenn es eine große Auswahl an Funktionskleidung gibt, reichen fürs erste die Sporthose und das bequeme T-Shirt. Allerdings muss die Kleidung beim Nordic Walking anderen Ansprüchen genügen als beim Joggen: Spezielle Nordic-Walking-Oberbekleidung bietet daher mehr Elastizität im Bereich der Achselhöhlen und verschafft dem Sportler mehr Bewegungsfreiheit.

Aktiver Sportler, aktive Kleidung

Wenn Sie eine neue Garderobe fürs Training für angemessen halten, sollten Sie sich Funktionskleidung zulegen. Sie ist atmungsaktiv, schweißabsorbierend und wasserfest. 

Wichtig ist, dass man bei der Ausstattung das ganze Packet kauft: Ein Funktionsshirt allein bringt nichts, Funktionskleidung hat nur dann einen Effekt, wenn von Unterwäsche bis Oberbekleidung alles aufeinander abgestimmt ist. Hosen erhält man ab 50 Euro, Oberbekleidung ab 40 Euro und Jacken ab 60 Euro.  Anbieter gibt es jede Menge.

 

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